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Crosslight Tutorial

Teil 1 - Überlegungen

Unser Motiv

Heute wollen wir ein Low Key Foto erstellen, d.h. die Schwarz Werte dominieren das Bild, oder anders gesagt, die Kurve des Histogramms ist nach Links verschoben. Das ganze soll in einem See entstehen und durch eine Wasserspiegelung mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Um es vorweg zu nehmen, es gibt genügend Wege durch Bildmanipulation Spiegelungseffekte zu erstellen und für viele ist dies vielleicht auch der bevorzugte Weg zum Ziel, jedoch geht es natürlich auch anders und in diesem Falle auch viel schneller.

Alles was man braucht ist die richtige Location, eine Spiegelreflexkamera, sowie 2 Aufsteckblitze, oder besser gleich einen Porty.

Voraussetzungen und Einstellungen

Wie bekommen wir das hin? Ganz einfach! Ein Motiv im Wasser in dunkler Umgebung, welches durch künstliches Streiflicht an den Konturen aufgehellt wird. Daraus ergibt sich jedoch für unseren Fall ein Problem. Wir möchten eine bestimme Schärfentiefe haben, damit unser Motiv, sowie auch die Spiegelung scharf sind. Wir benötigen eine Schärfentiefe von ca. 3 Metern, da die Spiegelung von der Position des Models aus Richtung Kamera verläuft und diese Entfernung vom Winkel, sowie der Größe des Models abhängt.
Da wir auf Höhe des Models fotografieren möchten, benötigen wir einen großen Abstand zum Model, damit die Spiegelung in etwa die selben Proportionen des Models hat.

Daraus ergibt sich letztendlich eine Objektiv Brennweite von ca 200mm und eine geschätzte Blende von f16, sowie ein Abstand zum Model von in meinem Falle ca. 20 Meter.

Dadurch, dass wir mit einer sehr geschlossenen Blende fotografieren müssen, müssten wir sehr hohe ISO Werte einstellen, um eine korrekte Beleuchtung zu erreichen. Wir wollen natürlich möglichst wenig Rauschen in unserem Foto haben und so müssen wir wieder umdenken. Wir fotografieren einfach bei Helligkeit, bzw. genauer gesagt bei Beginn der Dämmerung, da pralles Sonnenlicht mit keinem bezahlbaren Blitz der Welt komplett ausblendbar ist! Durch die geschlossene Blende und eine uns vorgegebene Belichtungszeit von ca. 1/200 Sekunden, abhängig von Kameramodell, wird das Tageslicht bzw. Dämmerungslicht also nicht sichtbar auf unserem Foto. Problem gelöst - ausreichend Schärfentiefe und ein dunkles Motiv sowie dunkler Hintergrund.

Fehlen uns noch die Streiflichter des typischen Low Key Fotos. Wir brauchen eine Lichtquelle die um einiges stärker ist, als das aktuelle Umgebungslicht. Desweiteren muss diese Lichtquelle gerichtet sein, um nur Konturen aufzuhellen.
Und hier kommen unsere Blitze ins Spiel. Wir benötigen 2 Blitze, um die linke und rechte Körperkontur aufzuhellen. Diese werden also links und rechts, auf mittlerer Körperhöhe und im Abstand von ca 2 Metern vom Model platziert und abhängig von der Leistung der Blitze, auf ein hohes Niveau gestellt. Ich benutzte 2 Aufsteckblitze mit einer Leitzahl von ca. 40 auf voller Leistung, um die Spitzlichter hervorzurufen. Besser geeignet wäre ein Porty, mit jeweils einem Standardreflektor pro Blitzkopf. Obacht jedoch, dass der teure Generator sicher platziert ist, denn unsere Blitze stehen im Wasser!

Crosslight Setup

  • Dämmerungslicht
  • geschlossene Blende ca f16
  • feste Blitzsynchronisationszeit von ca 1/ 200 Sekunde
  • lange Brennweite
  • große Entfernung der Kamera zum Model
  • Kameraposition auf Kopfhöhe des Models
  • 2 Blitze links und rechts auf ca. halber Höhe des Model platziert
  • Aufnahmeposition auf ca 40 cm Höhe

Nun müssen wir nur noch auslösen und wenn die Blende korrekt des Umgebungslicht angepasst wurde und die Blitze auf die richtige Leistung geregelt wurde, haben wir ein perfektes Low Key Foto im Kasten.

Teil 2 - Digitale Retusche

Finalisierung

Wir bearbeiten unser fertiges Foto im RAW Konverter und passen falls nötig den Kontrast etwas an, oder verringern die Sättigung von störenden Farben. Nun öffnen wir das Foto im Grafik Programm unserer Wahl und nehmen die letzen Korrekturen vor, falls wir noch nicht ganz zufrieden sind.

Ich perönlich finde, dass dieses Low Key Foto am besten in schwarz/weiss wirkt und so habe ich eine Umwandlung nach schwarz/weiss vorgenommen. Das war es auch fast schon, denn der restliche Teil fällt dieses Mal wirklich kurz aus. Wir haben wenige Bereiche, die wir in irgendeiner Weise noch verschönern könnten, da die meisten Flächen sowieso schwarz sind. Es besteht z.B. die Möglichkeit, selektiv die Spiegelung durch eine Tonwertkorrektur zu verstärken, indem wir im "Maskierungsmodus" die Spiegelung mit dem Pinsel ausmalen und nun wieder in den normalen Modus wechseln und dann die Tonwertkorrektur nach unseren Wünschen anwenden.

Zusammenfassung

  • Farben entsättigen
  • Umwandelung in schwarz/weiss Foto
  • selektiv die Spiegelung verstärken

Wie ihr seht braucht man für ein gutes Foto nicht zwangsläufig einen Computer und ganz nebenbei, vor 20 Jahren gab es auch schon faszinierende Fotos, welche nur durch Physik und einen klugen Fotografen realisiert wurden.

Viel Spass beim ausprobieren!

Crosslight Endergebnis

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Es sind 1 Kommentare vorhanden

06.02.2011 um 10:23 Uhr

Rawshooter

Danke für die Anregung und wird zu gegebener Zeit vielleicht noch umgesetzt!