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Canon EF 70-200 2,8 l is II Review

Teil 1 Infos

Objektiv Eigenschaften

  • Anzahl Linsen: 23
  • Anzahl Gruppen: 19
  • Brennweite: 70 - 200 mm
  • Zoomfaktor: 2,9-fach
  • Bildwinkel horizontal: 29°
  • Bildwinkel vertikal: 20°
  • Tilt/Shift-Funktion: nein
  • Lichtstärke: 2,8
  • Kleinste Blendenöffnung: 32
  • Naheinstellgrenze: 1200 mm
  • Abbildungsmaßstab: 1 : 4,76
  • Bildstabilisator: ja
  • Anzahl Blendenlamellen: 8
  • Autofokus: ja
  • Ultraschallmotor: ja
  • Innenfokussierung: ja
  • Asphärische Linse(n): ja
  • ED-Linse(n): ja
  • Apochromat: nein
  • Gewicht: 1490 g
  • Länge: 199 mm
  • Durchmesser: 89 mm
  • Filtergewinde: 77 mm
  • Stativschelle: ja

Fotos

Teil 2 - Erfahrungsbericht

Einleitung

Das neue Canon EF 70-200 f2,8 L IS II löste im Jahr 2010, nach vielen Jahren das überaus beliebte 70-200 2,8 L IS ab und soll in feinen Details überzeugen. Es passt sich nahtlos als Brennweitenergänzung an das 24-70 L an und ist so bei vielen Presse Fotografen und Journalisten beliebt. Es ist die teuerste Linse aus Canons 70-200er Segment, sodass vor einer Anschaffung die Vorteile z.B. gegenüber des halb so teuren 70-200 4 L IS abgewogen werden sollten.

Die Verarbeitungsqualität sowie das äußere Auftreten ist superb und auch nicht anders zu erwarten bei einer Linse dieser Klasse. Stolze 1,5 kg bringt diese Linse auf die Waage, welches der durchgängigen hohen Lichtstärke von f2,8 zuzuschreiben ist. Das Gewicht ist jedoch sehr gut ausbalanciert, sodass die Kombination mit einer 5D Mark II sehr gut in der Hand liegt.

Der Brennweitenbereich erstreckt sich in maximaler Stellung bereits relativ weit in den Telebereich hinein. In Kombination mit einer APS-C Kamera ergibt sich sogar einer erweiterter Bereich von 112-320mm. Die Version II ist zudem darauf ausgelegt, besser mit Canons neuen Telekonvertern zu harmonieren als noch der Vorgänger. Mit dem Telekonverter 2x III ließe sich an einer APS-C Kamera ein Brennweitenbereich von 640mm erreichen. Die Bildqualität sollte hierbei nicht viel schlechter sein als mit größeren Festbrennweiten und eine definitive Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger darstellen.

Natürlich ist die Linse gefertigt aus einer soliden Metall Legierung und einer Reihe von hochwertigen Kunststoffteilen. Das Objektiv ist auch für den Einsatz in rauen Bedingungen durch Dichtungen, gegen Staub und Feuchtigkeit zu geschützt.

Durch einen Ring USM AF Motor fokussiert das Objektiv ausserordentlich schnell und leise. Die volle manuelle Bedienbarkeit bleibt durch den Ring USM erhalten. Die minimale Entfernung zum Objekt ist mit 120cm angegeben. Dies ermöglicht zwar den größten Abbildungsmaßstab seiner Klasse, ist jedoch für Makros ungeeignet.

Das 70-200 2,8 L IS II besitzt nun erstmals einen Bildstabilisator der neusten Generation, welcher einen Gewinn von 4 Blendenstufen ermöglicht. Der IS arbeitet nun zusätzlich fast lautlos, was ihn z.B. auch für Videofilmer sehr interessant werden lässt.

Vignettierung

Vigenttierung ist bei dieser Linse kein K.O. Kriterium. Die stärkste Vigenttierung tritt bei Offenblende auf, jedoch befindet sich diese Randabschattung in einem sehr aktzeptablen Bereich und lässt sich im RAW Konverter ohne Probleme korrigieren. Das Abblenden auf f4 reduziert die Abschattungen um ein vielfaches und lässt sich mit dem Auge fast nun nicht mehr ausmachen. Die stärkste Vignettierung tritt im Telebereich auf, im Bereich von 70mm sind die Helligkeitsunterschiede im Bild am geringsten.

Verzeichnung

Zwar nicht ganz so gut wie Festbrennweiten, jedoch überaus überzeugend tritt das 70-200 L bezüglich Verzeichnungen auf. Bei 70mm ist eine ganz leichte Tonnenförmige Verzeichnung auszumachen, welche bei 135mm so gut wie nicht mehr vorhanden ist. In maximaler Telestellung wandelt sich die Verzeichnung in eine leicht Kissenförmige Form um.

Chromatische Aberrationen

Laterale chromatische Aberrationen sind bei dieser Linse kein Thema. Mit dem Auge sind sie nur in kritischen Situationen auszumachen, jedoch durchgängig bei jeder Brennweite so gering, dass nicht einmal eine Korrigierung im RAW Konverter notwendig ist. Generell gilt, dass die stärkste CA bei Offenblende auftritt und durch abblenden annähernd komplett eliminiert wird.

Bokeh

Ein subjektives Thema welches z.B. für Portraitfotografen ein wichtiger Punkt ist, ist die auftretende gewollte Bildunschärfe, kurz Bokeh. Bei Offenblende ist das 70-200 2,8 L IS II imstande eine sehr starke Hintergrundunschärfe, besonders bei 200mm, hervorzurufen. Jedoch wirkt dieses leider relativ unruhig und im Übergangsbereich zu scharfen Bildelementen wirkt das Bokeh recht hart und zeigt Artefakte. Festbrennweiten wie z.B. das 135 2,0 L schneiden hier deutlich besser ab.

Auflösung

Das 70-200mm 2.8 USM L IS II liefert eine sehr hohe Auflösung und nutzt so die immer höher werdenen Sensor Pixeldichten sehr gut aus. Gegenüber dem Vorgänger wurde insbesondere die Offenblendleistung verbessert. Wo früher ein weiches, matschiges Bild mit Farbsäumen sichtbar war, erstrahlt nun ein sehr scharfes kontrastreiches Bild.

Der Kritikpunkt, dass das 70-200 2,8 non IS schärfer sei als die IS Variante trifft nun mit der Version II nicht mehr zu.

Bildergebnisse bei Offenblende sind nun mit Bildern des 70-200 4 L IS bei Offenblende zu vergleichen und erleichtert die Kaufentscheidung zugunsten des f2,8.

In einem hohen Brennweitenbereich lässt die hervorragende Abbildungsleistung etwas nach und ist auch nach Abblenden nicht mehr ganz so gut wie bei niedrigerem Brennweitenbereich. Trotzdem kann auch bei 200mm dem Objektiv eine hervorragende Abbildungsleistung attestiert werden.

Die beste Abbildungsleistung nach Blende, ist mit dem Auge nun gar nicht mehr richtig auszumachen. Die Unterschiede zwischen Offenblende und Blende f4 sind noch auszumachen , danach wird es jedoch schwer festzustellen, ob es durch stärkeres Abblenden noch Qualitätsgewinne zu verbuchen sind. Ab Blende f11 lässt sich wieder eine Qualitätsminderung feststellen.

Abbildungsleistung bei 70mm

100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II

Abbildungsleistung bei 200mm

100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II 100% Crop 70-200 2,8 L IS II

Fazit

Nach etwas mehr als einem halben Jahr des intensiven Testens, kann ich dieser Linse eine uneingeschränkte Kaufempfehlung erteilen. Eine grandiose Abbildungsleistung, ein hervorragender IS und die hohe Lichtstärke, machen mich zu einem sehr zufriedenen Benutzer.

Mit dem 70-200 4 L war ich früher sehr unzufrieden. Es hatte Probleme mit CA und Abbildungsschwächen im Randbereich. Das danach gefolgte 70-200 4 L IS war eine deutliche Aufwertung in diesem Brennweitenbereich und half mit seinem IS die Belichtungszeiten niedrig zu halten. Jedoch schwächelte es im Bereich des von mir geliebten Bokehs und musste letztendlich dem 135 2,0 L weichen, welches in diesem Bereich natürlich unschlagbar war.

Flexibilität war am Ende das größte Problem des 135ers und so entschied ich mich für den (zu) hohen Preis des 70-200 2,8 L IS II, mit seinem Aufpreis von mindestens 500 Euro gegenüber dem Vorgänger. Wichtig war für mich der verbesserte fast lautlose IS für Videoaufnahmen und die großartige Offenblendleistung.

Fotografen, die nicht ganz so viel Wert legen auf eine größtmögliche Freistellung von Objekten und die auf den leisen IS für Videoaufnahmen verzichten können (Der IS des 70-200 4 L IS ist sehr laut), sind unter Umständen mit dem 70-200 4 L IS besser beraten, da es zusätzlich um ein vielfaches leichter ist und natürlich deutlich günstiger.

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